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Pressemitteilung | 22. Februar 2022


„Informatives Treffen der Freien Wähler Bühl zum Thema „Tiefengeothermie und Lithiumgewinnung im Oberrheingraben “

Initiiert von Franz Fallert, Mitglied der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat, veranstalteten die Freien Wähler Bühl eine informative Online-Sitzung zum Thema „Tiefengeothermie und Lithium-Gewinnung im Oberrheingraben“.

Als Vertreter der Vulcan Energie Ressourcen GmbH aus Karlsruhe sprach deren Geschäftsführer Horst Kreuter über die Vorhaben seines Unternehmens zur Nutzung der Tiefengeothermie im Oberrheingraben zur Wärmegewinnung und die Gewinnung von Lithium für die Batterieproduktion in Europa. Das 2018 in Australien gegründete und börsennotierte Unternehmen setzt auf die langjährige Erfahrung der Beteiligten und die dabei gesammelten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Kreuter brachte die Teilnehmenden zunächst auf den Stand der Forschung bei der Lithium-Gewinnung aus dem geförderten Tiefenthermalwasser und zeigte die Vorteile für den Markt und die Umwelt auf, sollte das für die Batterieproduktion in Europa benötigte Lithiumhydroxid hier vor Ort produziert werden können.

Mit zahlreichen Investitionen hat sich das Unternehmen in Stellung gebracht. So wurde 2022 ein Geothermiekraftwerk in Insheim (Pfalz) übernommen, welches optimiert und weiterentwickelt werden soll. Vulcan kaufte 2021 zwei Tiefbohrgeräte und gründete die VERCANA Bohrgesellschaft, um zukünftig schnell und in Eigenregie Tiefenbohrungen durchführen zu können.

Im nächsten Schritt solle nun ein Erkundungsverfahren auf Basis der 3D-Seismik Aufschluss über die optimalen Positionen für Bohrungen geben. Dabei senden LKW-große Spezialfahrzeuge Schallwellen in die Tiefe, deren Reflexionen dann von ringsum angebrachten Sensoren empfangen und mit Hilfe von Computerprogrammen zu einem dreidimensionalen Bild des Untergrunds zusammengesetzt würden. Das nach Kreuters Angaben für die Umwelt unbedenkliche Verfahren müsse jedoch die Gefahrenkarte für Bombenblindgänger beachten. Der Zeitplan sähe vor, dass diese Untersuchungen noch dieses Jahr abgeschlossen würden. Jeder Schritt des weiteren Vorgehens hänge jedoch von weiteren Einzelgenehmigungen und Naturschutzbelangen ab. Vulcan habe sich zum Ziel gesetzt nach 2025 bis zu 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr zu produzieren.

Sollten die bis zu 5.000 m tiefen Bohrungen, die Förderung von Thermalwasser und die Lithium-Gewinnung im Oberrheingraben genehmigt werden, sieht Kreuter für die Menschen der Region sowie Klima und Umwelt zahlreiche Vorteile. So könnte elektrische Energie erzeugt werden und viele Gebäude mit Wärme versorgt werden. Neben Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen, in denen die Anlagen stehen, und neuen Arbeitsplätzen gäbe es auch innerhalb der Bühler Gemarkung Möglichkeiten, die aus der Tiefe geförderte Wärme z. B. per Fernwärmenetz zu nutzen. Im Unterschied zu umwelt- und klimaschädlichen Verfahren zur Lithiumgewinnung in anderen Erdteilen wäre die hydrothermale Lithium-Gewinnung mit einem physikalischen Prozess CO2-neutral.

In der anschließenden Diskussion zu den Risiken berichtete Kreuter, dass die Absicherung der Bohrunternehmen durch Haftpflichtversicherungen nun so gestaltet werde, dass bei durch Bohrungen entstandenen Gebäudeschäden nicht mehr nur der Zeitwert, sondern der Neuwert zur Berechnung der Entschädigung herangezogen würde. Die Beweislast bei Gebäudeschäden läge bei beim Bohrunternehmen und nicht mehr bei den geschädigten Gebäudebesitzern, wie es wohl bisher der Fall war. Da aber in Bundsandstein - und nicht in Granit wie im südlichen Elsass - gebohrt würde, könne die Auslösung von größeren Erschütterungen ausgeschlossen werden. Gefahren durch Verunreinigungen des Grundwassers infolge von Rohrbrüchen, würden durch dicke Rohrummantelungen in praxi eliminiert. Die sehr geringe radioaktive Strahlung des Thermalwassers könne effektiv abgeschirmt werden. Nach der gegenwärtigen Planung würden auf Bühler Gemarkung lediglich seismische Untersuchungen durchgeführt. Tiefenbohrungen seien weiter westlich vorgesehen.

Der ebenfalls teilnehmende Regionalrepräsentant von Vulcan in der Ortenau, Uwe Künzel, wandte sich an die Mandatsträger kommunaler Gremien im Auditorium und bat sie, die Umsetzung der Tiefengeothermie im Oberrheingraben mit daran angeschlossener Lithium-Gewinnung durch Vulcan zu unterstützen und auch andere Kommunalpolitiker zu motivieren, sich über die dabei angewandten Technologien zu informieren. Karl Ehinger, Fraktionssprecher der Freien Wähler im Gemeinderat der Stadt Bühl, bedankte sich bei Horst Kreuter und seinem Team für dessen ausführlichen Vortrag und die Beantwortung der von den Teilnehmenden gestellten Fragen.

Letzte Aktualisierung 02.04.2022, 15:38 Uhr  |  © 2022 Freie Wähler Bühl   |   Design Team IT | TS Fromme
 

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