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Pressemitteilung | 22. Juni 2022


Rundgang Jüdisches Leben in Bühl

Am Mittwochabend erkundeten die Freien Wähler Bühl mit interessierten Gästen bei einem Rundgang die Spuren des jüdischen Lebens in Bühl. Durch die Stadt führte Michael Rumpf, Leiter des Stadtgeschichtlichen Instituts und des Stadtmuseums.

Am Gedenkstein zur Erinnerung an die Deportation der Bühler Juden begann der Rundgang mit 24 Teilnehmenden. „Wir beginnen da, wo alles endet“, sagte Herr Rumpf. Direkt am Busbahnhof vor den Bahngleisen steht der Gedenkstein, der an die jüdischen Bürger erinnert, die im Oktober 1940 von Bühl nach Gurs transportiert wurden.

Herr Rumpf zeigte Fotos des einstigen Industrieviertels von Bühl, mit dem größten Arbeitgeber der damaligen Zeit dem Eisenhüttenwerk Netter-Jacobi. Die Familie Netter war es auch, die der Stadt Bühl per Schenkung, den Stadtgarten einschließlich Brunnen spendeten. Die jüdische Bühler Familie Netter gründete auch eine Schulstiftung, von der sogar noch nach dem 2. Weltkrieg der Bau des Windeck-Gymnasiums mitfinanziert wurde.

Der Rundgang ging dann vom Stadtgarten aus in die Schwanenstraße, in der fast jedes Haus eine jüdische Geschichte hat, laut Herrn Rumpf. Er berichtete auch über das Schuhgeschäft Lion, die Branntweinbrennerei Schweizer, die Schreibwarenhandlung, die Eisenwarenhandlung oder das Kaufhaus Bloch im Hänferdorf.

Das jüdische Zentrum war der Johannesplatz, hier zeigte Herr Rumpf Bilder von der brennenden Bühler Synagoge im Jahr 1938. Die Feuerwehr habe seinerzeit bewusst darauf verzichtet, die brennende Synagoge zu löschen. Die Brandruine musste damals auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgerissen werden. Bei der Neugestaltung des Johannesplatzes musste auch die jüdische Schule weichen.

Der Rundgang endete schließlich am Wohnhaus von Moses David Wertheimer in der Hauptstraße, der in Bühl ebenfalls viele Spuren hinterlassen hat.

„Ich würde mir wünschen, dass wir noch Bilder vom Inneren der Synagoge finden würden“, sagt der Leiter des Stadtmuseums, der diese Hoffnung nicht aufgeben will. Die Freien Wähler und Ihre Gäste waren sehr beeindruckt von den Geschichten und versprachen, sich weiter für eine lebendige Erinnerungskultur einzusetzen.

Letzte Aktualisierung 12.10.2022, 10:08 Uhr  |  © 2022 Freie Wähler Bühl   |   Design Team IT | TS Fromme
 

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