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Pressemitteilung | 17. Februar 2022


„Tiefengeothermie und Lithiumgewinnung im Oberrheingraben“

Initiiert von Franz Fallert, Mitglied der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat, veranstalteten die Freien Wähler Bühl eine informative Online-Sitzung zum Thema „Tiefengeothermie und Lithiumgewinnung im Oberrheingraben“.

Zum Termin hatten die Freien Wähler Hans Roser von der Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie im südlichen Oberrhein eingeladen. In seinem Vortrag ging er auf die bisherigen Vorgänge im Bereich der Geothermie im Oberrheingraben seit 2005 und die Aktivitäten der Bürgerinitiative ein.

Zu den gravierendsten Risiken der Tiefengeothermie zählte er die Gebäudeschäden durch Bohrungen, die üblicherweise nicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt seien. In den beschriebenen Fällen hätten Gebäudeeigentümer nach vermutlich im Zusammenhang mit den Bohrungen stehenden Erdbeben lediglich einen Teil der Reparaturkosten von der Haftpflichtversicherung der Bohrunternehmen ersetzt bekommen.

Das zur Anwendung kommende Verfahren bei der Tiefengeothermie wird meist als geschlossener Kreislauf beschrieben, bei dem kein CO2 oder andere umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe frei würden. Diese Annahme stellte Roser in Zweifel, da die Rohrsysteme zur Wartung regelmäßig geöffnet und Ablagerungen entfernt und der Entsorgung zugeführt werden müssten.

Rosers Fazit zum geplanten Vorhaben, die Tiefengeothermie im Oberrheingraben zu intensivieren, enthielt große Bedenken und Vorbehalte. Die Bohrtechnik habe sich zwar weiterentwickelt, die Geologie des Oberrheingrabens sei allerdings zu komplex, um selbst über moderne Voruntersuchungen die Risiken auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

Die Tiefengeothermie im Oberrheingraben sei selbst nach heutigem Stand nicht beherrschbar. Landesweit für die Genehmigung von Bohrungen zuständig ist das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, das beim Regierungspräsidium Freiburg angesiedelt ist. Roser motivierte die teilnehmenden Kommunalpolitiker, die Bürgerinnen und Bürger durch gemeinschaftliche Aktionen auf die Risiken der Tiefengeothermie im Oberrheingraben für die Umwelt und in finanzieller Hinsicht für die Gebäudeeigentümer hinzuweisen und sich gegenüber der Genehmigungsbehörde diesbezüglich zu äußern. Als letztes Mittel könne eine Kommune gegen den Hauptbetriebsplan des durchführenden Unternehmens vor Gericht Klage erheben.

Karl Ehinger, Fraktionssprecher der Freien Wähler im Gemeinderat der Stadt Bühl, und Sybille Feurer, Vorsitzende des Stadtverbands der Freien Wähler, bedankten sich bei Roser für dessen ausführlichen Vortrag und die Beantwortung der von den Teilnehmenden gestellten Fragen.

Letzte Aktualisierung 02.04.2022, 15:38 Uhr  |  © 2022 Freie Wähler Bühl   |   Design Team IT | TS Fromme
 

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